Prometheus. Für Licht und Recht. Zeitschrift in zwanglosen Heften, hrsg. von Heinrich Zschokke und seinen Freunden. Teile 1-3 (alles Erschienene) in 3 Bänden. VIII, 294 S., 1 Bl.; 328 S.; 299 S. Gr.-8°. Marmor. Pappbde d. Z. (berieben, Kanten leicht beschabt, Kapitale etwas stärker) mit rotem Rückenschild. Prometheus. Für Licht und Recht. Zeitschrift in zwanglosen Heften, hrsg. von Heinrich Zschokke und seinen Freunden.

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Politisch-literarische Zeitschrift von höchster Qualität, die in Preußen sofort verboten wurde. Zschokkes gute Beziehungen zu deutschen und schweizerischen Intellektuellen, namentlich in Paris, bildeten die Grundlage für den Fortbestand und das hohe Niveau des Blattes. Enthält von Zschokke: 'Vom göttlichen All', ferner Erinnerungen an Karl Gustaf Jochmann, Heinrich Pestalozzi und Aloys Reding (u. a. von einem von der Polizei überwachten Abendessen mit Oberst Graffenfried), über H. Geßner, L. Wieland, Kleist und Prof. Tralles. Seine Erinnerungen an den Schweizer Staatsmann und Schriftsteller Karl Victor von Bonstetten und sein Briefwechsel mit demselben nehmen allein den zweiten Band des 'Prometheus' ein. Über "Deutschlands Gegensätze", d. h. über das Hambacher Fest und seine Folgen sowie über "den Geist des achtzehnten Jahrhunderts" schreibt Ignaz Heinrich von Wessenberg, einer der klarsichtigsten und liberalsten Geister aus der Umgebung von Dalberg. Über die Zeit hinaus aber gewinnt die Zeitschrift große Bedeutung durch die Erstveröffentlichungen aus dem Nachlass des baltischen Publizisten Karl Gustav Jochmann (1789-1830), dem "radikalen Vorkämpfer für die bürgerlich-republikanische Freiheit in Deutschland" (NDB). In Paris verkehrte Jochmann in Emigrantenkreisen, vor allem hatte er Verbindung mit dem Grafen Gustav von Schlabrendorf, der als Gegner Napoleons und der Reaktion in Preußen großen Einfluss auf ihn ausübte, sowie mit Konrad Engelbert Oelsner, einem der wichtigsten deutschen Augenzeugen der Französischen Revolution. Aus "Jochmanns Papieren" gelangte in die Zeitschrift: 'Graf Gustav von Schlabrendorf in Paris über Ereignisse und Personen der Zeit' (u. a., über Pressefreiheit, schwache Regierungen, diplomatische Lauerer, Forster, Fichte etc.) und 'K. E. Oelsner in Paris' über Personen und Ereignisse seiner Zeit (u. a. über Polizei, Elemente der Revolution). Von Jochmann selbst stammen die Aufsätze 'Die Glücksspiele', 'Über die Öffentlichkeit', 'Kleinigkeiten aus (Jochmanns) Reiseblättern', 'Englands Freiheit' sowie die Aphorismensammlung 'Hundert Seifenblasen' und 'Noch einige Seifenblasen'. In Zschokkes Erinnerungen an seinen Freund Jochmann findet sich ferner im Erstdruck 'Jochmanns großer Deutschlandbericht' und zwei Briefe Jochmanns an Zschokke, dem Jochmann seine "sämtlichen Handschriften" zur freien Verfügung hinterlassen hatte. "Ich bezweifle, daß er viel mit ihnen anzufangen wissen wird" schrieb Jochmann in seinem Testament, "In jedem Falle übernimmt er dann wohl aus alter Freundschaft für mich die Mühe, sie zu vernichten" (nach Haufe). Leider sind die hier abgedruckten Texte alles, was aus Jochmanns handschriflichem Nachlass erhalten ist. Zschokke hat die hier veröffentlichten Texte Jochmanns auch in die Nachlass-Sammlung 'Reliquien' (3 Bände, 1836-1838) aufgenommen. Ein Vergleich zeigt, dass die Prometheus-Fassung der Texte "im Detail oft sorgfältiger und vollständiger ist", während in der Reliquien-Fassung "offenbar mit voller Absicht (d. h. aus Rücksicht auf die Zensur in Deutschland) kürzere und längere Passagen eliminiert wurden" (Haufe). Walter Benjamin weist nachdrücklich auf diese Zeitschrift hin, da sie eine der unerschrockensten Sammlungen von Dokumenten deutscher Demokraten aus dem Pariser Exil von 1790 bis zum Hambacher Fest von 1832 darstellt. Mit Bronner, Pestalozzi und Stapfer bemühte sich Zschokke (1771-1848) um Volksaufklärung. Seine Parole war: "Volksbildung ist Volksbefreiung". "Als Politiker trat Zschokke zeitlebens energisch für bürgerl. Freiheitsrechte ein, als Pädagoge und Schriftsteller entfaltete er eine umfangreiche Tätigkeit und trug zur Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft, einer Freimaurerloge, einer Gewerbe- und einer Taubstummenschule sowie einer Sparkasse bei" (Killy). Teils stockfleckig; gutes Exemplar Goed. X 104, 109 (mit Inhaltsangabe); Estermann 5.155; Diesch 1734; Kirchner 7592. Vgl. Haufe, 'Jochmann. D
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