[Güldenes Schatz-Kästlein der Kinder Gottes]. [Album amicorum]. - Bogatzky, Carl Heinrich von. Autographs: History
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292 (statt: 365?) Bll. mit zus. 89 Einträgen. Neueres Halbleder über marmorierten Deckeln. Qu.-12mo. Seltenes pietistisches Adelsstammbuch aus Schlesien: eine der frühen, mit losen Blättern konzipierten Ausgaben von Bogatzkys überaus beliebtem, erstmals 1718erschienenen "Schatz-Kästlein". - Die Stammbuchhalterin, die dem schlesischen Zweig des märkischen Adelsgeschlecht derer von Lossow angehörte, sammelte zwischen 1777 und 1797 in Teschen (Cieszyn/Te ín), Breslau, Oels (Olesnica), Brieg (Brzeg), Kostkowitz (Kostkowice/Debowiec), Ernsdorf (Jaworze) und zwischen 1805 und 1821 in Wien insgesamt 89 Einträge. Neben jenen ihrer beiden Brüder Carl und Gottlieb sowie ihrer Schwester Helena von Pechmann finden sich zahlreiche Einträge meist weiblicher Angehöriger der schlesischen Adelsgeschlechter Elsnitz, Franckhen, Freyenfels, Geisler, Gordon, Harrasowsky, Hunschofsky, Kroyher, Lasberg, Metzburg, Paczinsky, Parchwitz, Rusetzky, Schobert, Taubadel, Trach und Zeilenberg. Zwischen 1782 und 1795 haben sich verschiedene Lehrer und Pastoren der Evangelischen Gnadenschule (Jesusschule) vor Teschen, von denen die junge Aristokratin möglicherweise unterrichtet wurde, in das Stammbuch eingetragen: die Rektoren Benjamin Gottlieb Schubert ( 1783) und David Piesch (1765-1802), der sich auch als Mineraloge und Naturforscher einen Namen machte, Johann Glaubegott Leberecht Fabri (1732-1800), Ernst Ludwig Schubert (1753-1808), Johann Mizia (1754-1801) und der Katechet Peter Zipps, außerdem der Pfarrer der Teschener Jesuskirche und erste evangelische Superintendent von Mähren, Schlesien und Galizien, Johann Traugott Bartelmus (1735-1809). Während ihrer Wiener Zeit haben sich einige Magistratsbeamte sowie verschiedene Ärzte, darunter der Hahnemann-Schüler und frühe Homöopath Franz Xaver Kinzel (1795-1857), im Stammbuch verewigt. - Das zur täglichen Andacht bestimmte "Schatzkästlein" des Pietisten Bogatzky enthielt auf jedem Blatt eine Bibelstelle mit anschließendem Kommentar. Es erschien ab 1718 in zahlreichen Auflagen, wobei neben den preiswerteren beidseitig bedruckten Ausgaben auch immer wieder einseitig bedruckte herausgegeben wurden, die Bogatzky selbst zur Verwendung als Stammbücher empfohl. Erhalten haben sich nur wenige der als Stammbücher genutzten "Schatzkästlein", darunter an prominentester Stelle sicher jenes von Goethes Mutter, Catharina Elisabeth Textor. - Ohne die Titelseite und Vorrede; es fehlen die Bll. 1, 290 und 291. Das Buch bricht bei Bl. 295 ab. Vereinzelt kleine Randläsuren. - Vgl. Schnabel, Das Stammbuch 556f., Nr. 177.
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